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Corona-Infodemie- Rita Denk Kolumne


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30.04.2020

Die aktuelle Coronadebatte

Ich habe Sport- und Sozialwissenschaft studiert und sollte demzufolge doch einen klaren Standpunkt in der Coronadebatte haben. Versuche ich mir mühsam zu erarbeiten.

Es wurde fast alles schon dazu gesagt, nur noch nicht von jedem. Ich komme mir wie ein Versuchskaninchen vor. Virologen genießen die mediale Aufmerksamkeit und kämpfen um die Vorreiterrolle. Täglich neue Kennzahlen, die aber nicht einheitlich von den Wissenschaftlern interpretiert werden.

Habe meinen naiven Glauben an die Objektivität der Wissenschaft verloren. Dann die selbst ernannten Medizinjournalisten, die sich nicht zwischen Aufklärung und Panikmache entscheiden können. Stimmt die Einschaltquote nicht, meckert der Sender.

Der Informationswert von Nachrichten ist also eher nicht sehr hoch und dann noch die Stellungnahmen der Politiker. Wie wir uns durch social distancing vor dem Untergang retten können. Minister, die in einem Fahrstuhl dicht beieinanderstehen, verstören mich.
Ist nun die Maske eine Virenschleuder, wie vor Wochen noch die Kanzlerin meinte? Aber was ich am schlimmsten finde an der Infodemie sind nicht die verschiedenen Verschwörungstheorien sondern, dass jetzt auch noch Kinder zu Versuchskaninchen werden.

Eltern sollen Home-Office und Home Schhooling hinkriegen. Dabei hat die Bildungspolitik für Lehrer, Eltern und Schüler bis heute kein Konzept einer digitalen Schule geliefert. Es fehlt die Technik und entsprechende Lernplattformen. Wir verspielen die Zukunft unserer Kinder.

Immer neue Talkshows aber keine Strategie! Was mich besorgt: Wann kippt die Stimmung in der Bevölkerung. Was ist noch zumutbar?

Meine Analyse:
Entscheidungen und Verantwortung müssen in einer Hand liegen. Bisher vermeidet jeder die Übernahme der Konsequenzen von Fehlentscheidungen. So geht es weiter mit Trippelschritten, Trial and Error und auf Sicht fahren. Auf einen mutigen Poltiker, der eine Strategie hat (wie Helmut Schmidt bei der Flutkatastrophe 1962) müssen wir vielleicht vergeblich warten. Hoffentlich kommt der Impfstoff noch so rechtzeitig, dass Unternehmen und Schulen nicht vorher baden gegangen sind. Schwacher Trost: dann gäbe es eine Stunde Null und mit dieser Aufgabe haben wir ja Erfahrung. Die Bürger in den neuen Bundesländern sogar zweimal.

Wir sollten als Bürger Denkgemeinschaften gründen. Die Sternstunden der Menschheit waren die Folge einiger, weniger Menschen, die den Blick für das große Ganze hatten. Leider werden weise Menschen oft überhört. Hat auch nicht jeder Lust auf einen shitstorm.

Wir sollten vielleicht geschützte Denkräume einführen, damit sich gute Strategien in Ruhe entwickeln können. Vielleicht so eine Art Corona Wissensarbeiter Netzwerk. Sollte Ihnen die
Kolumne gefallen haben, würden wir uns über eine positive Rückmeldung im Gästebuch der Startseite freuen.



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